Ein neues Mobilitätskonzept
Es ist 2040. Ralph wohnt auf dem Land und muss zur Arbeit. Dazu bucht er in einer App die Fahrt von sich zu Hause bis zu seiner Arbeit, welche 25 km entfernt in einer Stadt ist. Er macht sich fertig und geht vor die Haustür, wo gerade eine autonomer Shuttlebus vorgefahren ist, der ihn und ein paar andere zum nächsten Bahnhof fährt. Von dort geht es mit dem Zug auf schnellstem Weg in die Stadt. Der Bahnhof, zu dem sie kommen ist ein Mobility Hub. Von dort aus ist es möglich, mit den Unterschiedlichsten Fahrzeugen weiterzukommen. Ob autonomer Bus, E-Bike, Auto oder E-Scooter, Ralph kann sich frei entscheiden. Heute regnet es, also nimmt Ralph den Bus, bei Sonne fährt er aber auch gerne mit dem E-Scooter. Nach kurzer Zeit kommt Ralph trocken bei seiner Arbeit an.
So könnte unsere Mobilität in Zukunft aussehen. Wir werden nicht mehr auf ein einziges Verkehrsmittel angewiesen sein, sondern können aus einer Vielzahl an Fortbewegungsmitteln wählen. So schaffen wir eine Mobilität, die individuell, klimaneutral und kostengünstig ist. Um diese Art der Mobilität umzusetzen, benötigt es eine Mobilitätsplattform, praktische Verkehrsmittel und Mobility Hubs.
Mobilitätsplattform
Für intermodale Mobilität ist eine Mobilitätsplattform nötig, “die die Verfügbarkeit und Nutzung unterschiedlicher Verkehrsmittel nachfrageorientiert, zu beliebiger Zeit und gegebenenfalls in Kombination innerhalb einer Route ermöglicht”, stellt die “Nationale Plattform Zukunft der Mobilität” fest, welche von unserer Bundesregierung ins Leben gerufen wurde.
Ziel ist es also, eine App oder Website zu schaffen, auf der lediglich Start- und Zielort eingegeben werden muss und automatisch eine Route errechnet wird, die alle verfügbaren Verkehrsmittel einbindet. Alle Verkehrsmittel können einfach über die App bezahlt werden.
Neue Verkehrsmittel
In Zukunft wird es immer neue Verkehrsmitteln geben. Aktuell sehen wir das z.B. an E-Scootern. Neben klassischen Autos und Bussen wird es beispielsweise auch neuartige Verkehrsmittel geben, die genau dazwischen liegen. Viele Universitäten forschen aktuell an autonomen Bussen, die einen Kompromiss aus Auto und Bus darstellen. Diese können zum eigenen Standort gerufen und mit einem Zielpunkt beauftragt werden. Dabei kann ein autonomer Bus gleichzeitig von verschiedenen Personen benutzt werden. Intelligente Algorithmen suchen die beste Route, um alle Fahrgäste möglichst effizient zum Zielort zu bringen. Dieses Verfahren der intelligenten Routenplanung mit mehreren Fahrgästen wird sogar schon in der Praxis von dem Unternehmen Moia benutzt.
Shuttlebus der Gemeinde Kelheim in Bayern. Das Projekt der Gemeinde, die on-Demand-Shuttlebusse in den öffentlichen Nahverkehr zu integrieren, wird vom Verkehrsministerium mit 11 Mio. Euro gefördert.
Mobility Hubs
Um einfach von einem Verkehrsmittel zum anderen zu wechseln, sind sogenannte Mobility Hubs nötig. Das sind Orte, an denen unterschiedliche Verkehrsmittel benutzt werden können. Dafür eignen sich z.B. Bahnhöfe, bei denen es Fahrradstationen, E-Scooter und Car-Sharing Flotten sowie Bushaltestellen gibt.
Unterschiedliche Antriebsarten
Rohstoffknappheit, steigende Bevölkerungsdichte, hohes Verkehrsaufkommen...E- Fahrzeuge sollen für uns die Mobilität der Zukunft darstellen. Doch wo genau liegt der Unterschied zwischen konventionellen Antriebsarten und Elektrofahrzeugen? Wo gibt es Vor- bzw. Nachteile?
Konventionelle Antriebe
Der Verbrennungsmotor ist derzeit noch die verbreitetste Antriebstechnologie. Benzin, Diesel, Erdgas und Flüssiggas dienen dabei als Kraftstoff. Bei der Verbrennung diese Kraftstoffe entsteht Kohlenstoffmonoxid, Kohlenstoffdioxid und andere Stickoxide, die sowohl für uns Menschen als auch für die Umwelt schädlich sind. Der Verbrennungsmotor ist in seiner derzeitigen Entwicklung fast vollständig ausgereift, wodurch alternative Antriebstechnologien immer mehr an Aufmerksamkeit und Attraktivität gewinnen
Vorteile
- Große Auswahl von Gebraucht- und Neuwagen
- Geringe Anschaffungskosten
- Gut ausgebaute Infrastruktur (Tankstellen, Werkstätte, etc.)
- Reichweite
- Schnelles Tanken
Nachteile
- Geringer Wirkungsgrad
- Hohe Emissionen
- Hohe Lautstärke (vor allem in Innenstädten)
- Geringe Lebensdauer bei schlechter Wartung
- Viele Verschleißteile
Hybridantrieb
Bei einem Fahrzeug mit Hybridantrieb gilt der Grundgedanke, die Vorteile von dem Verbrennungsmotor mit dem Elektromotor zu kombinieren. Somit kann eine hohe Effizienz und ein guter Leistungsgrad gleichzeitig erzielt werden. Das Fahrzeug kann mittels Bordcomputer den optimalen Betriebsmodus selbst ermitteln.
Vorteile
- Geringerer Kraftstoffverbrauch bei gleicher Leistung und somit auch geringere Emission
- Energiezurückgewinnung durch Rekuperation
- Alltagstauglichkeit
Nachteile
- Aufwendige Herstellungsprozesse auf Kosten der Nachhaltigkeit (insbesondere der Akku)
- Höherer Anschaffungspreis
- Geringere Reichweite auf langen Strecken durch höheres Gewicht
Elektroantriebe
Leise, lokal und emissionsfrei..Das sind die Ziele, die ein Elektroantrieb anstrebt. Elektrofahrzeuge werden immer präsenter in unserem Straßenverkehr. Die Zahl der Modelle steigt und durch attraktive Angebote werden Elektrofahrzeuge für immer mehr Autofahrer günstiger. Die Entwicklung der E-Mobilität nimmt rasant zu, wodurch sich auch unser Verkehrsbild nachhaltig ändern wird. Hohe Anschaffungspreise, begrenzte Reichweiten, Ladepausen sowie die Ladestrukturen werden dadurch der Vergangenheit angehören. Aber auch im Bereich der E-Mobilität bleiben Nachteile nicht aus.
Vorteile
- Komfortables Fahren
- Geräuscharm
- Geringe Unterhaltskosten (Wartung, Reparaturen, Laden, etc.)
- Lokales emissionsfreies Fahren
Nachteile
- Aufwendige und teure Produktion von Lithium-Ionen-Akkus
- Recycling der Elektroauto-Akkus
- Reichweite
- Ausbau von Ladesäulen
- Unpraktisch lange Ladezeiten
- Anschaffungskosten
Brennstoffzellenantrieb
In der Brennstoffzelle wird elektrischer Strom aus Wasserstoff gewonnen. Die elektrische Energie, die gewonnen wird, treibt einen Elektromotor an. Als Abgase entsteht lediglich Wasserdampf, wodurch Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb, wie „normale“ E-Autos, keine lokalen Emissionen haben. Wie auch bei der E-Mobilität steht der Brennstoffzellenantrieb noch am Anfang seiner Entwicklung. Im Vergleich zu konventionellen Antrieben hat der Brennstoffzellenantrieb jedoch jetzt schon einen deutlich höheren Wirkungsgrad. Wenn mehr Autohersteller künftig auch Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb in ihrer Produktpalette anbieten, ist es aber auch wie bei E- Fahrzeugen nur eine Frage der Zeit, bis derzeitige Einschränkung in der Infrastruktur beseitigt sind.
Vorteile
- Reichweite (ähnlich, wie bei Verbrennungsmotoren)
- 100% Emissionsfrei (sofern der Wasserstoff nachhaltig produziert worden ist)
Nachteile
- Geringes Angebot an Modellen
- Anzahl an Wasserstoff-Tankstellen